Auf dem deutschen Ausbildungsmarkt bleibt die Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage bestehen. Während in Handwerk, Gastgewerbe und Lebensmittelhandwerk zahlreiche Lehrstellen unbesetzt bleiben, finden gleichzeitig viele Bewerberinnen und Bewerber keinen Ausbildungsplatz.
Passungsprobleme statt reinem Mangel
Fachleute sprechen von einem Passungsproblem: Angebot und Nachfrage treffen regional und berufsfachlich nicht aufeinander. In städtischen Regionen konkurrieren Betriebe um wenige Bewerber, während in ländlichen Gebieten Jugendliche keine erreichbaren Betriebe finden.
Berufsorientierung im Fokus
Kammern setzen verstärkt auf frühere Berufsorientierung an allgemeinbildenden Schulen. Praktika und Schnuppertage sollen Berufsbilder sichtbarer machen, die im Alltag Jugendlicher kaum vorkommen. Ob dies die Besetzungsquote messbar verbessert, wird unterschiedlich bewertet.
Betriebe verändern ihre Angebote
Um attraktiver zu werden, erweitern Betriebe ihre Angebote: Übernahmegarantien, Zuschüsse zu Fahrtkosten oder Unterstützung bei der Wohnungssuche gehören zunehmend zum Standard. Größere Handwerksbetriebe bieten inzwischen auch Auslandsaufenthalte während der Lehre an.