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USA sichern sich Zugriff auf 65 Milliarden Barrel Öl in Venezuela

Wirtschaft

Die USA sichern sich im Rahmen einer neuen Vereinbarung den Zugriff auf bis zu 65 Milliarden Barrel venezolanischer Ölreserven. Präsident Donald Trump verkündete den Deal am 28. August 2026, wenige Tage nach der militärischen Festnahme des früheren Staatschefs Nicolás Maduro. Die Vereinbarung sieht zunächst den Verkauf von 30 bis 50 Millionen Barrel Rohöl an die USA vor.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die USA übernehmen die Kontrolle über 65 Milliarden Barrel venezolanischer Ölreserven, zunächst fließen 30 bis 50 Millionen Barrel.
  • Venezuela verpflichtet sich, die Erlöse ausschließlich für amerikanische Produkte auszugeben.
  • Außenminister Marco Rubio beschreibt einen Drei-Phasen-Plan zur Stabilisierung des Landes.
  • Die Stromproduktion Venezuelas ist laut US-Energieministerium um über 30 Prozent eingebrochen.

Was hinter dem Öl-Deal zwischen den USA und Venezuela steckt

Präsident Trump erklärte am 28. August 2026, die Vereinigten Staaten hätten eine Vereinbarung mit Venezuela getroffen, die den Zugriff auf 65 Milliarden Barrel Ölreserven umfasst. Venezuela verfügt über die weltweit größten nachgewiesenen Ölreserven mit rund 303 Milliarden Barrel (OPEC, Stand 2025). Die nun vereinbarten 65 Milliarden Barrel entsprechen damit rund 21 Prozent der gesamten venezolanischen Reserven.

In einer ersten Phase sollen 30 bis 50 Millionen Barrel Rohöl zu Marktpreisen in die USA fließen. Die Erlöse werden über von den USA kontrollierte Konten bei international anerkannten Banken abgewickelt. Die Verteilung der Einnahmen liegt nach Angaben des US-Energieministeriums im Ermessen der US-Regierung.

Die Zahlen im Überblick

Kennzahl Wert Quelle, Stand
Vereinbarte Reserven 65 Milliarden Barrel White House, August 2026
Erste Lieferung 30 bis 50 Millionen Barrel US-Energieministerium, August 2026
Gesamte Reserven Venezuelas ca. 303 Milliarden Barrel OPEC, Stand Ende 2025
Rückgang der Stromproduktion über 30 Prozent US Department of Energy, Januar 2026
Aktuelle Ölförderung Venezuelas rund 1 Million Barrel pro Tag Venezuelanalysis, 2026

Der Drei-Phasen-Plan der US-Regierung

Außenminister Marco Rubio skizzierte eine Strategie in drei Stufen für Venezuela. Phase eins umfasst die Stabilisierung durch Ölverkäufe. Die Einnahmen aus dem Rohölexport sollen unmittelbar zur wirtschaftlichen Absicherung des Landes beitragen. Energieminister Chris Wright erklärte, die Gelder aus den Verkäufen würden „zurück nach Venezuela fließen, um dem venezolanischen Volk zu nutzen“, gleichzeitig verschafften die USA sich damit „Einfluss und Kontrolle“.

Als Gegenleistung verpflichtet sich Venezuela, die Erlöse ausschließlich für amerikanische Produkte auszugeben. Dazu zählen laut dem Fact Sheet des Energieministeriums landwirtschaftliche Erzeugnisse, Medikamente, medizinische Geräte sowie Ausrüstung für das Stromnetz und die Energieinfrastruktur. Zusätzlich soll leichtes US-Rohöl nach Venezuela geliefert werden, um es dort mit dem schweren venezolanischen Rohöl zu mischen und die Exportfähigkeit zu verbessern.

Was der Festnahme Maduros vorausging

Die Vereinbarung folgt auf die militärische Intervention der USA in Venezuela. US-Spezialkräfte nahmen den langjährigen Staatschef Nicolás Maduro und seine Frau am 23. August 2026 in einer Operation in Caracas fest. Bei dem Einsatz kamen nach Berichten mehrerer Medien Dutzende Menschen ums Leben. Maduro steht in den USA unter Anklage wegen Drogenhandels und Narkoterrorismus.

Die Interimsregierung Venezuelas, die nach der Festnahme eingesetzt wurde, bestätigte über den staatlichen Ölkonzern PDVSA die laufenden Verhandlungen. PDVSA bezeichnete die Gespräche als „kommerzielle Standardtransaktionen“ auf Basis von „Legalität, Transparenz und beiderseitigem Nutzen“. Ob die neue Führung über eine breite innenpolitische Legitimation verfügt, ist unter Beobachtern umstritten.

Die USA hatten Venezuela seit 2019 mit umfassenden Sanktionen belegt, die insbesondere den Ölsektor trafen. Diese Sanktionen werden nun selektiv gelockert, um den Ölhandel im Rahmen der Vereinbarung zu ermöglichen. Das Energieministerium genehmigte ausgewählte Ölfeld-Ausrüstung, Ersatzteile und Dienstleistungen für den Export nach Venezuela. Internationale Energiepartner sollen Technologie und Fachwissen bereitstellen, um die Förderkapazitäten wieder hochzufahren.

Kritik an dem Abkommen

Der demokratische Senator Chris Murphy bezeichnete den Plan als „wahnsinnig“. Murphy argumentierte, die Vereinbarung laufe darauf hinaus, dass amerikanische Steuerzahler die Regierungsführung Venezuelas finanzierten. Der Senator zog Parallelen zu den kostspieligen Nation-Building-Projekten der USA im Nahen Osten.

Auch in der Energiebranche herrscht Skepsis. Venezuelas Förderinfrastruktur ist nach Jahrzehnten der Unterinvestition in weiten Teilen marode. Die Ölförderung des Landes liegt aktuell bei rund einer Million Barrel pro Tag (Venezuelanalysis, 2026) und damit weit unter dem historischen Höchststand von über drei Millionen Barrel Anfang der 2000er-Jahre. Die Stromversorgung des Landes ist laut US-Energieministerium um mehr als 30 Prozent eingebrochen, was auch die Ölproduktion direkt bremst.

Hinzu kommt die Frage nach der internationalen Reaktion. China und Russland haben in den vergangenen Jahren massiv in Venezuelas Ölsektor investiert und gelten als wichtigste Handelspartner des Landes im Energiebereich. Peking hält Milliardenforderungen gegen Venezuela, die mit Öllieferungen bedient werden. Ob die neue Vereinbarung bestehende Verträge mit chinesischen und russischen Partnern berührt, ist bislang nicht geklärt. Die Vereinbarung dürfte auf dem internationalen Parkett erheblichen Gesprächsbedarf auslösen.

Einordnung

Der Venezuela-Deal markiert einen Wendepunkt in der amerikanischen Energiepolitik gegenüber Lateinamerika. Bisher galten Sanktionen als zentrales Druckmittel gegen das Maduro-Regime. Die neue Vereinbarung kehrt dieses Prinzip um: Statt wirtschaftlicher Isolation setzt die Trump-Regierung auf direkte Kontrolle über Venezuelas wichtigste Einnahmequelle. Ob die marode Infrastruktur die vereinbarten Fördermengen überhaupt liefern kann, bleibt die offene Frage. Der Deal verschafft den USA geopolitischen Einfluss in einer Region, in der China und Russland in den vergangenen Jahren ihren Zugang zu Rohstoffen systematisch ausgebaut haben.

Häufige Fragen

Wie viel Öl umfasst der Deal zwischen den USA und Venezuela?

Die Vereinbarung sieht den Zugriff auf 65 Milliarden Barrel venezolanischer Ölreserven vor. In einer ersten Phase sollen 30 bis 50 Millionen Barrel Rohöl zu Marktpreisen an die USA geliefert werden. Venezuela besitzt insgesamt rund 303 Milliarden Barrel nachgewiesene Reserven.

Warum schließen die USA diesen Deal gerade jetzt?

Die Vereinbarung folgt auf die militärische Festnahme des früheren Staatschefs Nicolás Maduro durch US-Spezialkräfte am 23. August 2026. Die eingesetzte Interimsregierung verhandelt mit Washington über die wirtschaftliche Stabilisierung des Landes, wobei die Ölverkäufe die erste Phase des Rubio-Plans bilden.

Was passiert mit den Einnahmen aus dem Ölverkauf?

Die Erlöse fließen auf von den USA kontrollierte Konten. Venezuela ist verpflichtet, das Geld ausschließlich für amerikanische Produkte auszugeben, darunter Lebensmittel, Medikamente und Ausrüstung für die Energieinfrastruktur. Die Verteilung liegt im Ermessen der US-Regierung.

Quellen:
US Department of Energy,
Yahoo Finance

Tobias Kramer
Tobias Kramer

Tobias Kramer schreibt über Technologie, Digitalisierung und künstliche Intelligenz. Nach einem Informatikstudium wechselte er in den Fachjournalismus und beobachtet seit zehn Jahren die Tech-Branche. Bei Meldungen.net betreut er die Ressorts Technologie und Karriere.

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