Ein Umzug bedeutet heute nicht nur, Möbel und Kartons zu transportieren. Router, Fernseher, Sprachassistenten, smarte Lampen und Thermostate müssen ab- und wieder aufgebaut, Zugänge übertragen und Verträge angepasst werden. Wer diese Technik nicht rechtzeitig einplant, sitzt am ersten Abend ohne Internet in einer Wohnung voller Kabel. Der Beitrag beschreibt, in welcher Reihenfolge sich die technischen Aufgaben sinnvoll erledigen lassen.
Der Internetanschluss: Der wichtigste Termin
Das Internet ist der Punkt mit dem größten Vorlauf. Für einen neuen Anschluss können je nach Anbieter und Ausbaustand mehrere Wochen vergehen, in manchen Fällen ist ein Technikertermin nötig. Prüfen Sie deshalb schon bei der Wohnungssuche, welche Bandbreiten und Anschlussarten am neuen Standort verfügbar sind, etwa DSL, Kabel oder Glasfaser. Informieren Sie den bisherigen Anbieter über den Umzug. Viele Verträge lassen eine Mitnahme an die neue Adresse zu, sofern der Standort versorgt werden kann. Ist das nicht möglich, besteht unter Umständen ein Sonderkündigungsrecht, das im Einzelfall zu prüfen ist.
Terminieren Sie die Freischaltung möglichst auf den Tag des Einzugs oder kurz davor. Für die Zwischenzeit bietet sich ein mobiler Hotspot über das Smartphone an, etwa für Videokonferenzen oder erste Bestellungen.
Router, Netzwerk und Zugangsdaten
Router und Kabel sollten beim Packen gesondert behandelt werden. Fotografieren Sie die Verkabelung, bevor Sie sie trennen, und beschriften Sie Stecker. Nehmen Sie Zugangsdaten zum Anbieter, WLAN-Passwörter und Router-Zugang mit, am besten in einem Passwortmanager oder ausgedruckt im Handgepäck. Bei neuer Anschlussart liefert der Anbieter häufig ein neues Gerät, das Sie zum Umzug gegebenenfalls zurücksenden müssen.
Nutzen Sie die Gelegenheit, das Heimnetz neu zu ordnen:
- Standort des Routers möglichst zentral wählen
- Bei größeren Wohnungen Mesh-Systeme oder Powerline erwägen
- Ein separates Gäste-WLAN einrichten
- Standardpasswörter ändern und Firmware aktualisieren
Smart-Home-Geräte sicher umziehen
Vernetzte Geräte sollten vor dem Abbau zurückgesetzt oder zumindest aus den Konten getrennt werden, wenn sie verkauft oder in der alten Wohnung gelassen werden. Bleibt etwa ein smartes Thermostat als Eigentum des Vermieters zurück, sollten Sie Ihre Konten entfernen. Geräte, die mitgehen, werden in der neuen Wohnung neu eingebunden. Prüfen Sie dabei, welche Funkstandards im Einsatz sind, zum Beispiel WLAN, Zigbee oder Z-Wave, und ob Hubs oder Bridges mitumziehen müssen.
Legen Sie vor dem Abbau eine Liste an, welches Gerät in welchem Raum welche Funktion hatte, und speichern Sie Szenen und Automationen, sofern die App das erlaubt. So gelingt die Wiederinbetriebnahme deutlich schneller. Bedenken Sie, dass Szenen in einem anderen Grundriss oft angepasst werden müssen.
Sperrige und empfindliche Technik transportieren
Fernseher, Monitore und Computer sind empfindlich. Verpacken Sie sie in Originalkartons oder in stabilen Kartons mit Polstermaterial, Bildschirme aufrecht und nicht flach. Festplatten und Speichermedien sollten vor dem Umzug gesichert werden. Wichtige Daten gehören zusätzlich in eine Cloud oder auf ein externes Laufwerk, das separat transportiert wird. Wer viel Technik besitzt, kann sich bei der Auswahl eines Transportdienstleisters nach Erfahrung mit empfindlichem Gut erkundigen. Ein Beispiel für einen Anbieter in der Hauptstadt ist Mars Umzüge Berlin, wobei sich Leistungen wie Verpackung und Versicherungsschutz im Vorfeld erfragen lassen.
Strom, Steckdosen und Ausstattung in der neuen Wohnung
Prüfen Sie bei der Besichtigung, wo Steckdosen, Netzwerkdosen und Antennenanschlüsse liegen. Reicht die Zahl der Steckdosen für Arbeitsplatz, Fernseher und Küchengeräte? Mehrfachsteckdosen mit Überspannungsschutz erhöhen die Sicherheit. In Mietwohnungen ist bei Eingriffen in die Elektroinstallation Zurückhaltung geboten: Arbeiten an der Leitung gehören in die Hand von Elektrofachbetrieben und sollten mit dem Vermieter abgestimmt sein.
Beim Stromvertrag gilt: Zählerstand am Umzugstag notieren und dem Versorger melden. Ohne eine Anmeldung landet man in der Grundversorgung, die meist teurer ist.
Nach dem Einzug: Einrichten in sinnvoller Reihenfolge
Beginnen Sie mit Router und Internet, danach mit Arbeitsplatz und Fernseher. Erst wenn das Grundnetz steht, binden Sie Smart-Home-Komponenten ein. Testen Sie Bewegungsmelder, Heizungssteuerung und Kameras, bevor Sie Automationen aktivieren. Kameras und Mikrofone sollten datenschutzgerecht platziert werden, besonders wenn Flure oder Gemeinschaftsflächen erfasst werden könnten.
Datensicherung und Sicherheit rund um den Umzug
Beim Umzug sind Geräte mit persönlichen Daten ständig in Bewegung. Legen Sie vor dem Abbau eine aktuelle Sicherung an und verschlüsseln Sie Laptops und externe Laufwerke, falls das noch nicht geschehen ist. Aktualisieren Sie Passwörter für Router, Smart-Home-Konten und Kameras, wenn zuvor andere Personen Zugriff hatten, etwa Vormieter oder Techniker. Auch die Zwei-Faktor-Authentifizierung sollten Sie aktivieren, wenn die Anbieter sie ermöglichen.
Achten Sie außerdem auf Alarm- und Kamerasysteme: Wenn sie fest verbaut sind und dem Vermieter gehören, verbleiben sie in der Wohnung. Eigene Geräte werden vor Ort sauber demontiert, und Bohrlöcher sollten fachgerecht verschlossen werden, damit bei der Übergabe keine Streitigkeiten entstehen.
Energie sparen mit vernetzter Technik
Der Neubeginn in einer anderen Wohnung ist ein guter Anlass, den Energieverbrauch zu überprüfen. Smarte Heizkörperthermostate und Steckdosen mit Verbrauchsmessung zeigen, welche Geräte viel Strom ziehen. Zeitpläne für Heizung und Beleuchtung lassen sich an den neuen Alltag anpassen. Ob sich die Anschaffung tatsächlich rechnet, hängt von Wohnungsgröße, Heizsystem und Nutzungsverhalten ab, daher lohnt zunächst eine kleine Testphase, bevor größere Investitionen folgen.
Häufige Fragen
Kann ich meinen Internetvertrag zum neuen Wohnort mitnehmen?
Häufig ja, wenn der Anbieter den Standort versorgt. Klären Sie Fristen und Konditionen frühzeitig, im Zweifel bestehen Sonderkündigungsrechte, die vom Einzelfall abhängen.
Muss ich Smart-Home-Geräte vor dem Umzug zurücksetzen?
Für Geräte, die zurückbleiben oder verkauft werden, ist das empfehlenswert, damit keine fremden Zugriffe möglich sind. Mitgenommene Geräte müssen in der Regel neu eingebunden werden.
Wie lange im Voraus sollte ich den neuen Anschluss beantragen?
Möglichst vier bis acht Wochen vor dem Einzug, da Bereitstellungszeiten je nach Region variieren.