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Bertelsmann steigert Konzerngewinn um 45 Prozent und knackt 9-Milliarden-Marke

Wirtschaft

Der Gütersloher Medienkonzern Bertelsmann hat im ersten Halbjahr 2026 einen Umsatz von 9,3 Milliarden Euro erzielt und den Konzerngewinn um 45 Prozent auf 292 Millionen Euro gesteigert. Das organische Wachstum lag bei 5,1 Prozent und erreichte damit den höchsten Wert seit 20 Jahren.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bertelsmann steigert den Halbjahresumsatz auf 9,3 Milliarden Euro bei 5,1 Prozent organischem Wachstum.
  • Der Konzerngewinn klettert um 45 Prozent auf 292 Millionen Euro, das bereinigte operative EBITDA steigt auf 1,31 Milliarden Euro.
  • Die Streaming-Plattform RTL+ schreibt erstmals schwarze Zahlen und zählt 8,7 Millionen zahlende Abonnenten.
  • Mit der Sky-Deutschland-Übernahme und der ausstehenden BMG-Concord-Fusion steuert Bertelsmann auf eine Jahresumsatzgröße von 22 Milliarden Euro zu.

Bertelsmann legt Halbjahreszahlen 2026 vor

Bertelsmann hat am 28. August 2026 die Ergebnisse für das erste Halbjahr veröffentlicht. Der Konzernumsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,3 Prozent auf 9,3 Milliarden Euro. Bereinigt um Portfolioeffekte wie den Verkauf von RTL Nederland im Vorjahr lag das organische Wachstum bei 5,1 Prozent. Das ist der höchste Halbjahreswert seit zwei Jahrzehnten, wenn man das pandemiebedingte Aufholwachstum 2021 ausklammert.

Das bereinigte operative Ergebnis (Operating EBITDA adjusted) verbesserte sich um 4,9 Prozent auf 1,311 Milliarden Euro. Die operative Marge erhöhte Bertelsmann damit auf 14,1 Prozent, nach 13,8 Prozent im Vorjahreszeitraum. Der Konzerngewinn erreichte 292 Millionen Euro, ein Plus von 45 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2025.

Die drei Wachstumssäulen: Bücher, Musik und Streaming

Das Wachstum von Bertelsmann verteilte sich auf mehrere Geschäftsbereiche. Penguin Random House, die weltweit größte Buchverlagsgruppe, verzeichnete ein starkes organisches Umsatzplus. BMG, das Musikunternehmen des Konzerns, wuchs ebenfalls deutlich und steht kurz vor dem Abschluss der Fusion mit dem US-Musikkataloghaus Concord, die im dritten Quartal 2026 erwartet wird. Die Dienstleistungssparte Arvato und die Bertelsmann Education Group trugen zusätzlich zum organischen Wachstum bei.

Vorstandsvorsitzender Thomas Rabe ordnete die Zahlen ein: „Bertelsmann wuchs aus eigener Kraft um mehr als 5 Prozent.“ Der CEO verwies darauf, dass der Konzern einschließlich aller laufenden Übernahmen auf einen Jahresumsatz von etwa 22 Milliarden Euro zusteuere, bei einem erwarteten EBITDA von 3,8 Milliarden Euro inklusive Synergien.

RTL+ erstmals profitabel: Ein Wendepunkt im Streaming

Einen besonderen Meilenstein erreichte die RTL Group mit ihrer Streaming-Plattform RTL+. Die Streaming-Sparte von Bertelsmann schrieb im ersten Halbjahr 2026 erstmals schwarze Zahlen. Die Zahl der zahlenden Abonnenten stieg um 20,7 Prozent auf 8,7 Millionen. Der Streaming-Umsatz legte um 27 Prozent auf 299 Millionen Euro zu (Bertelsmann, Stand August 2026).

Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Bertelsmann einen Beitrag der Streaming-Sparte von rund 120 Millionen Euro zum bereinigten operativen Ergebnis. Damit gehört RTL+ zu den wenigen europäischen Streaming-Diensten, die den Sprung in die Profitabilität geschafft haben, ein Erfolg, den selbst große US-Plattformen erst in den vergangenen zwei Jahren erreichten.

Die Zahlen im Überblick

Kennzahl H1 2026 Veränderung
Konzernumsatz 9,3 Mrd. Euro +2,3 % (nominal), +5,1 % (organisch)
Operating EBITDA adjusted 1,311 Mrd. Euro +4,9 %
EBITDA-Marge 14,1 % +0,3 Prozentpunkte
Konzerngewinn 292 Mio. Euro +45 %
RTL+ zahlende Abos 8,7 Mio. +20,7 %
Streaming-Umsatz 299 Mio. Euro +27 %
Mitarbeiter weltweit über 75.000 in ca. 50 Ländern

Sky Deutschland und die Concord-Fusion: Was noch kommt

Bertelsmann hat die Übernahme von Sky Deutschland zum 1. Juni 2026 abgeschlossen. Sky Deutschland gehört seitdem zur RTL-Tochter und erweitert das Angebot um Premium-Sport und Unterhaltungsinhalte. Die vollständige Konsolidierung fließt erst ab dem dritten Quartal voll in die Konzernzahlen ein.

Parallel dazu steht die Fusion der Musiksparte BMG mit dem US-Kataloganbieter Concord kurz vor dem Abschluss. Der Deal soll im dritten Quartal 2026 finalisiert werden und BMG zu einem der drei größten Musikunternehmen weltweit machen. Beide Transaktionen zusammen sollen den Konzernumsatz auf Jahresbasis in die Größenordnung von 22 Milliarden Euro heben, nach 19 Milliarden Euro im Geschäftsjahr 2025 (Bertelsmann Geschäftsbericht 2025).

Wer vom Bertelsmann-Wachstum profitiert

Bertelsmann beschäftigt weltweit mehr als 75.000 Mitarbeiter in rund 50 Ländern. Die stärksten Wachstumsimpulse kamen im ersten Halbjahr aus dem Verlagsgeschäft und der Musiksparte. Penguin Random House, zu dem Imprints wie Goldmann, Heyne und Blanvalet gehören, profitierte von einer stabilen Nachfrage nach physischen Büchern und wachsenden Hörbuchumsätzen. Für Autoren und den stationären Buchhandel ist das ein positives Signal, weil es die Investitionsbereitschaft des weltgrößten Verlags in neue Titel stützt.

Die Bertelsmann Education Group verzeichnete ebenfalls ein starkes organisches Wachstum. Das Segment umfasst unter anderem die Hochschulplattform Relias und Online-Bildungsangebote in den USA und Brasilien. Bertelsmann Investments hielt zum Stichtag 328 Beteiligungen und tätigte im ersten Halbjahr 22 Neuinvestitionen, vorrangig in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Fintech und digitale Gesundheit.

Was die Zahlen für die Medienbranche bedeuten

Einordnung

Bertelsmann zeigt mit den Halbjahreszahlen 2026, dass klassische Medienkonzerne mit einer konsequenten Digitalstrategie wachsen können. Die Profitabilität von RTL+ ist ein Signal an die europäische Medienbranche: Regionale Streaming-Plattformen können sich gegen die US-Konkurrenz behaupten, wenn sie Sport, Nachrichten und lokale Inhalte bündeln. Gleichzeitig verschiebt die BMG-Concord-Fusion die Machtverhältnisse im Musikgeschäft. Bertelsmann investiert seit 2021 insgesamt rund 7,7 Milliarden Euro in seine Boost-Strategie (Bertelsmann, Stand August 2026). Der Konzern setzt damit auf Größe und Diversifikation, während andere europäische Medienhäuser schrumpfen oder verkaufen. Ob die ambitionierte Umsatzprognose von 22 Milliarden Euro hält, hängt maßgeblich davon ab, wie schnell sich die Synergien aus den jüngsten Übernahmen materialisieren.

Häufige Fragen

Wie hoch ist der Umsatz von Bertelsmann im ersten Halbjahr 2026?

Bertelsmann erzielte im ersten Halbjahr 2026 einen Konzernumsatz von 9,3 Milliarden Euro. Das entspricht einem nominalen Plus von 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr und einem organischen Wachstum von 5,1 Prozent.

Ist die Streaming-Plattform RTL+ profitabel?

RTL+ hat im ersten Halbjahr 2026 erstmals ein positives operatives Ergebnis erzielt. Die Plattform zählt 8,7 Millionen zahlende Abonnenten und erwirtschaftete einen Streaming-Umsatz von 299 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr rechnet Bertelsmann mit einem Ergebnisbeitrag von rund 120 Millionen Euro.

Welche Übernahmen plant Bertelsmann aktuell?

Bertelsmann hat die Übernahme von Sky Deutschland im Juni 2026 abgeschlossen. Zudem steht die Fusion der Musiksparte BMG mit dem US-Unternehmen Concord kurz vor dem Abschluss im dritten Quartal 2026. Beide Deals sollen den Jahresumsatz auf rund 22 Milliarden Euro heben.

Quellen:
Bertelsmann via Presseportal,
finanzen.ch

Miriam Falk
Miriam Falk

Miriam Falk berichtet über Gesundheit, Pflege und gesellschaftliche Entwicklungen. Sie ist ausgebildete Journalistin mit Schwerpunkt Sozial- und Gesundheitspolitik und schreibt seit zwölf Jahren für Fach- und Publikumsmedien. Bei Meldungen.net verantwortet sie Gesundheit und Gesellschaft.

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