Die 72 Transportroboter im Logistikzentrum des Tiroler Online-Sporthändlers SportOkay.com haben zusammen 3,2 Millionen Kilometer zurückgelegt, das entspricht 80 Erdumrundungen. Das Unternehmen gab die Zahl am 18. August 2026 bekannt und liefert damit einen konkreten Datenpunkt für einen Trend, der die gesamte Logistikbranche erfasst: Der weltweite Markt für Lagerautomatisierung liegt 2026 bei geschätzten 36,4 Milliarden US-Dollar und wächst jährlich um mehr als zehn Prozent.
- 72 Transportroboter bei SportOkay.com in Innsbruck haben seit 2018 zusammen 3,2 Millionen Kilometer zurückgelegt.
- Der weltweite Markt für Lagerautomatisierung liegt 2026 bei 36,4 Milliarden US-Dollar und soll bis 2035 auf über 97 Milliarden wachsen (Industriemagazin, Stand 2026).
- Eine Fraunhofer-IML-Studie von 2026 sieht humanoide Roboter in der Logistik noch am Anfang, autonome mobile Roboter sind bereits im Regelbetrieb.
Was SportOkay zeigt
SportOkay.com ist ein Online-Händler für Sportartikel mit Sitz in Innsbruck. Das Unternehmen hat seit 2018 in seinem Logistikzentrum 72 autonome Transportroboter im Einsatz. Die Roboter bewegen Regale mit Waren zu den Kommissionierplätzen, wo Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die bestellten Artikel entnehmen. Dieses Prinzip nennt die Branche „Goods-to-Person“: Die Ware kommt zum Menschen, nicht umgekehrt.
Die kumulierte Strecke von 3,2 Millionen Kilometern entspricht rechnerisch rund 44.400 Kilometern pro Roboter seit 2018. Pro Arbeitstag legt ein einzelner Roboter damit im Schnitt etwa 22 Kilometer zurück. Für SportOkay bedeutet das: kürzere Kommissionierzeiten, weniger Laufwege für die Belegschaft und eine höhere Durchsatzrate im Versand.
Der Markt für Lagerroboter in Zahlen
| Kennzahl | Wert | Quelle, Stand |
|---|---|---|
| Marktvolumen Lagerautomatisierung 2026 | 36,4 Mrd. USD | Industriemagazin, 2026 |
| Prognose 2035 | über 97 Mrd. USD | Industriemagazin, 2026 |
| Jährliche Wachstumsrate | über 10 % | Industriemagazin, 2026 |
| Roboter-Strecke SportOkay | 3,2 Mio. km seit 2018 | SportOkay, August 2026 |
Warum die Branche auf Roboter setzt
Der E-Commerce-Boom und der Fachkräftemangel in der Logistik treiben die Automatisierung. In Deutschland blieben 2025 nach Angaben des Bundesverbands Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) rund 50.000 Stellen in der Lager- und Transportlogistik unbesetzt. Gleichzeitig steigen die Erwartungen der Kundschaft an Liefergeschwindigkeit: Same-Day-Delivery ist vom Differenzierungsmerkmal zum Branchenstandard geworden.
Autonome mobile Roboter (AMR) wie bei SportOkay lösen einen Teil dieses Problems, indem sie die Produktivität pro Mitarbeiter erhöhen, ohne Arbeitsplätze zu ersetzen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wechseln vom Laufen durch das Lager zum Kommissionieren am Platz. Das senkt die körperliche Belastung und steigert den Durchsatz. Hersteller wie KUKA und Agility Robotics investieren in die nächste Generation, die auch Greifen und Sortieren übernehmen kann.
Was als Nächstes kommt
Eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik (IML), vorgestellt auf der LogiMAT 2026, sieht humanoide Roboter in der Logistik noch am Anfang. Diese menschenähnlichen Maschinen könnten künftig unstrukturierte Aufgaben übernehmen, etwa das Be- und Entladen von Lkw oder das Sortieren uneinheitlicher Pakete. Bis zum wirtschaftlichen Serieneinsatz rechnet das Fraunhofer IML mit fünf bis zehn Jahren.
Der nächste Schub für die Branche kommt von der Integration von KI in die Lagersteuerung. Predictive Analytics sagt voraus, welche Produkte wann nachgefragt werden, und positioniert die Waren entsprechend vor. In Kombination mit autonomen Robotern entstehen Lagersysteme, die sich selbst optimieren.
3,2 Millionen Kilometer klingen nach einer Presseabteilungs-Zahl, und das sind sie auch. Doch hinter dem Rekord steht ein handfester Trend: Lagerroboter sind keine Zukunftsvision mehr, sondern Alltagstechnik. Wer heute ein neues Logistikzentrum ohne Automatisierung plant, plant für die Vergangenheit. Die Frage ist nicht mehr ob, sondern wie schnell die Technik günstiger wird als der Mensch am Laufweg.
Häufige Fragen
Was sind autonome mobile Roboter in der Logistik?
Autonome mobile Roboter (AMR) sind selbstfahrende Maschinen, die Regale, Behälter oder Paletten in Lagerhäusern transportieren. AMR navigieren eigenständig durch das Lager, weichen Hindernissen aus und bringen die Ware zum Kommissionierplatz. Das Prinzip heißt „Goods-to-Person“.
Wie groß ist der Markt für Lagerautomatisierung?
Der weltweite Markt für Lagerautomatisierung liegt 2026 bei geschätzten 36,4 Milliarden US-Dollar. Bis 2035 soll das Volumen auf über 97 Milliarden US-Dollar wachsen, bei einer jährlichen Wachstumsrate von mehr als zehn Prozent.
Ersetzen Lagerroboter menschliche Arbeitsplätze?
In der Praxis verändern Lagerroboter die Arbeitsplätze, statt sie zu ersetzen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wechseln vom Laufen durch das Lager zum Kommissionieren am festen Platz. Gleichzeitig entstehen neue Aufgaben in der Wartung, Steuerung und Überwachung der Roboterflotten.
Quellen:
Presseportal/SportOkay,
Industriemagazin