Die Linke führt in der aktuellen Forsa-Umfrage zur Berliner Abgeordnetenhauswahl am 20. September 2026 mit 22 Prozent. CDU und AfD liegen gleichauf bei 18 Prozent, die Grünen erreichen 16 Prozent, die SPD kommt auf 12 Prozent. Damit hat sich die Berliner Parteienlandschaft seit der letzten Wahl 2023 grundlegend verschoben.
- Die Linke liegt laut Forsa-Umfrage (August 2026) bei 22 Prozent und hat sich im Vergleich zur Wahl 2023 (12,2 Prozent) fast verdoppelt.
- CDU und AfD teilen sich mit je 18 Prozent den zweiten Platz. Die CDU verlor gegenüber 2023 mehr als zehn Prozentpunkte.
- Eine rot-grün-rote Koalition aus Linke, Grünen und SPD käme rechnerisch auf 50 Prozent.
- Die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus findet am 20. September 2026 statt.
Forsa sieht die Linke deutlich vorn
Das Meinungsforschungsinstitut Forsa befragte im Zeitraum vom 4. bis 18. August 2026 insgesamt 1.535 wahlberechtigte Berlinerinnen und Berliner im Auftrag von t-online. Das Ergebnis: Die Linke erreicht 22 Prozent und liegt damit vier Prozentpunkte vor CDU und AfD, die jeweils auf 18 Prozent kommen. Die Grünen folgen mit 16 Prozent, die SPD mit 12 Prozent. BSW landet bei 4 Prozent, die FDP bei 3 Prozent (Forsa/t-online, Stand August 2026).
Die statistische Fehlertoleranz der Erhebung beträgt plus/minus drei Prozentpunkte. Das bedeutet: Der Vorsprung der Linken auf CDU und AfD ist statistisch noch nicht gesichert, die Rangfolge zwischen den drei führenden Parteien bleibt innerhalb des Schwankungsbereichs.
Drei Machtverschiebungen seit 2023
Ein Vergleich mit dem Wahlergebnis vom 12. Februar 2023 zeigt, wie stark sich die Berliner Parteienlandschaft verändert hat. Die Entwicklung lässt sich in drei zentrale Verschiebungen zusammenfassen.
Die erste Verschiebung betrifft die Linke. Die Partei lag bei der Wahl 2023 bei 12,2 Prozent und kommt nun auf 22 Prozent. Das entspricht einem Zuwachs von fast zehn Prozentpunkten. Spitzenkandidatin Elif Eralp konnte die Partei in den Umfragen seit Jahresbeginn 2026 kontinuierlich nach vorne bringen.
Die zweite Verschiebung trifft die CDU. Sie gewann die Wahl 2023 mit 28,2 Prozent und stellte mit Kai Wegner den Regierenden Bürgermeister. In der aktuellen Forsa-Umfrage liegt die CDU bei 18 Prozent, ein Verlust von 10,2 Prozentpunkten gegenüber dem Wahlergebnis (Landeswahlleiter Berlin, Stand Februar 2023). Spitzenkandidat Stefan Evers steht vor der Aufgabe, diesen Trend in den verbleibenden vier Wochen umzukehren.
Die dritte Verschiebung betrifft die AfD. Die Partei verdoppelte sich von 9,1 Prozent bei der Wahl 2023 auf 18 Prozent in der aktuellen Umfrage. Spitzenkandidatin Kristin Brinker liegt damit gleichauf mit der CDU. Eine Koalitionsbeteiligung der AfD schließt die CDU allerdings aus.
| Partei | Wahl 2023 | Forsa Aug. 2026 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Die Linke | 12,2 % | 22 % | +9,8 |
| CDU | 28,2 % | 18 % | −10,2 |
| AfD | 9,1 % | 18 % | +8,9 |
| Grüne | 18,4 % | 16 % | −2,4 |
| SPD | 18,4 % | 12 % | −6,4 |
| BSW | — | 4 % | neu |
| FDP | 4,6 % | 3 % | −1,6 |
Welche Koalitionen rechnerisch möglich sind
Die aktuelle Umfrage erlaubt nur wenige Koalitionsoptionen mit parlamentarischer Mehrheit. Eine Koalition aus Linke, Grünen und SPD (Rot-Grün-Rot) käme auf rechnerisch 50 Prozent. Dieses Bündnis ist laut der Forsa-Erhebung mit 37 Prozent Zustimmung auch das von den Befragten am häufigsten bevorzugte Regierungsmodell.
Eine Koalition aus CDU, Grünen und SPD (Schwarz-Grün-Rot) erreicht zusammen 46 Prozent und bräuchte bei einer realistischen Sitzverteilung im Abgeordnetenhaus möglicherweise keinen weiteren Partner. Die amtierende Koalition aus CDU und SPD kommt auf 30 Prozent und hätte keine Mehrheit mehr.
Eine rechnerisch mögliche Konstellation aus CDU und AfD (36 Prozent) hat CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers kategorisch ausgeschlossen.
Die SPD und das Problem der dritten Reihe
Die SPD stürzt in der Forsa-Umfrage auf 12 Prozent. Das ist ein Verlust von 6,4 Prozentpunkten gegenüber dem Wahlergebnis 2023, als die Sozialdemokraten mit 18,4 Prozent noch gleichauf mit den Grünen lagen. Spitzenkandidat Steffen Krach konnte bislang nicht an die Mobilisierungskraft von Franziska Giffey anknüpfen, die 2023 als Regierende Bürgermeisterin antrat.
Die FDP liegt mit 3 Prozent unter der Fünf-Prozent-Hürde und würde den Einzug ins Abgeordnetenhaus nach aktuellem Stand nicht schaffen. Bei der Wahl 2023 lag die FDP bei 4,6 Prozent und verpasste den Einzug ebenfalls.
Was den Wahlkampf in den letzten vier Wochen bestimmt
Bis zum Wahltermin am 20. September 2026 bleiben knapp vier Wochen. Die Berliner Abgeordnetenhauswahl 2026 findet zeitgleich mit keiner Bundestagswahl statt, was erfahrungsgemäß die Wahlbeteiligung senkt. Bei der Wiederholungswahl 2023 lag die Wahlbeteiligung bei 63 Prozent.
Die zentralen Wahlkampfthemen in Berlin sind Mieten und Wohnungsbau, die innere Sicherheit sowie die Verkehrspolitik. Die Linke profitiert derzeit von ihrer klaren Positionierung bei Mietendeckel und Vergesellschaftung, während die CDU das Thema Sicherheit betont. Die Grünen setzen mit Bürgermeisterkandidat Werner Graf auf Verkehrswende und Klimapolitik.
Die Forsa-Umfrage zeigt eine Momentaufnahme, keine Prognose. Vier Wochen vor einer Landtagswahl können sich die Werte noch deutlich verschieben, wie die Erfahrung aus den Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg 2024 gezeigt hat. Auffällig ist die Volatilität: Noch Anfang 2024 lag die CDU in Berlin bei 27 bis 29 Prozent, die Linke bei 10 Prozent. Eine Verdopplung innerhalb von zwei Jahren ist für eine etablierte Partei ungewöhnlich und spricht für eine grundlegende Neuordnung des Berliner Parteiensystems. Für die CDU bedeutet der Umfrageverlust, dass die Regierungsbeteiligung als Juniorpartner oder Seniorpartner gleichermaßen unsicher geworden ist.
Häufig gestellte Fragen
Wann findet die Berliner Abgeordnetenhauswahl 2026 statt?
Die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus findet am 20. September 2026 statt. Das Abgeordnetenhaus besteht aus mindestens 130 Sitzen. Die Wahlperiode dauert regulär fünf Jahre.
Wer liegt in den Umfragen zur Berlin-Wahl 2026 vorne?
Die Linke liegt in der Forsa-Umfrage vom August 2026 mit 22 Prozent auf Platz eins. CDU und AfD folgen gleichauf bei 18 Prozent, die Grünen bei 16 Prozent und die SPD bei 12 Prozent. Der Vorsprung der Linken liegt innerhalb der statistischen Fehlertoleranz von plus/minus drei Prozentpunkten.
Welche Koalitionen wären nach der Berlin-Wahl 2026 möglich?
Rechnerisch möglich wäre eine Koalition aus Linke, Grünen und SPD (50 Prozent) oder eine Dreierkonstellation aus CDU, Grünen und SPD (46 Prozent). Die amtierende Koalition aus CDU und SPD hätte mit zusammen 30 Prozent keine Mehrheit mehr. Eine Beteiligung der AfD an einer Koalition schließt die CDU aus.
Quellen:
t-online,
wahlrecht.de